Studie: Wirkung von Pestizidrückständen im Wachs der Brutwaben

Donnerstag, 31. März 2011 | Autor: Bernhard

Studie über Effekte von Pestizidrückständen auf Bienenbrut

Sub-Lethal Effects of Pesticide Residues in Brood Comb on Worker Honey Bee (Apis mellifera) Development and Longevity

http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0014720

Subletale Wirkungen von Pestizidrückständen in Brutwaben auf Entwicklung und Langlebigkeit von Arbeiterinnen der Honigbiene (Apis mellifera)

Abteilung Entomologie, Washington State University, Pullman, Washington, Vereinigte Staaten von Amerika

Abstract

Hintergrund

Zahlreiche Untersuchungen zeigen ein hohes Maß an Kontamination mit Pestizidrückständen des Wabenbaues der Honigbienen. Wir führten Studien durch zur Überprüpfung möglicher direkter und indirekter Auswirkungen der Pestizidbelastung von kontaminierten Brutwaben auf die Entwicklung der jungen und Lebensdauer der erwachsenen Arbeiterinnen.

Methodik und die wichtigsten Ergebnisse

Arbeiterinnen wurden in Brutwaben mit bekanntweise hohen Gehalten an Rückständen von Schädlingsbekämpfungsmitteln (Behandlung) oder in relativ unberührten Brutwaben (Kontrolle) aufgezogen. Eine verzögerte Entwicklung wurde bei Bienen in behandelten Waben mit hohen Gehalten von Pestiziden vor allem in den frühen Stadien (Tag 4 und Tag8) des Wachstums beobachtet. Die Langlebigkeit der adulten Bienen wurde um 4 Tage verkürzt, welche Pestizidrückständen in kontaminierten Brutwaben während der Entwicklung ausgesetzt waren.

Das beobachtete Wandern von Rückständen an Schädlingsbekämpfungsmitteln von Waben mit hohen Pestizidrückständen verursachte eine Kontamination der vormals pestizidfreien Kontrollwaben. Das gewährte einen Einblick, wie schnell sich Rückstände durch Wachs bewegen.

Es wurde eine höhere Sterblichkeit der Brut und eine Verzögerung des Schlupfes nach mehreren Brutzyklen in kontaminierten Kontrollwaben gefunden.
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Super-GAU für Bestäubungsinsekten

Freitag, 25. März 2011 | Autor: Bernhard

Super-GAU für Bestäubungsinsekten
Pflanzenschutzmittel gefährden Naturhaushalt

Die Meldungen über das Sterben der Bestäubungsinsekten und insbesondere der Honigbienen reißen nicht ab - die Lage ist ernst. Während eine Vielzahl von Ursachen in den Medien diskutiert werden, kristallisiert die Wissenschaft die Bedeutung der Pflanzenschutzmittel immer weiter heraus.

Die europaweite Studie über die Wirkung von Pestiziden auf die Artenvielfalt (nachzulesen unter: Persistent negative effects of pesticides on biodiversity and biological control potential on European farmland. Basic and Applied Ecology 11: 97-105.), kam zu dem Schluß, dass die Artenvielfalt auf einer Ackerfläche allein durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln halbiert wird.

Zitat:
“Die in der Landwirtschaft eingesetzten Spritzmittel sind nach einer europaweiten Studie der Hauptgrund für einen massiven Rückgang der Artenvielfalt auf Ackerböden und deren Umgebung. Während auf einem ökologisch bearbeiteten Feld rund 1.000 verschiedene Arten vorkämen, seien es auf einem mit Pestiziden behandelten Acker nur noch rund halb so viele, sagte Professor Teja Tscharntke von der Universität Göttingen. Der Agrarökologe hat an der Untersuchung in acht west- und osteuropäischen Ländern teilgenommen.”

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Thema: Imkerdemo | Ein Kommentar

Fungizide stören Darmflora des Bien

Montag, 21. März 2011 | Autor: Bernhard

In einem Bericht des National Geographic äußerst sich Jeff Pettis vom US-Landwirtschaftsministerium wie folgt zu den Ergebnissen der Untersuchungen zum Bienensterben: «Wir finden tatsächlich mehr Er­krankungen bei Bienen, die mit Pestiziden in Kontakt gekommen sind, und sei es nur in ge­ringer Dosierung.»

Weiter schreibt National Geographic: “Schlechte Ernährung und der Kontakt mit Chemikalien könnten die Abwehrkräfte der Bienen schwächen, so dass ein Virus ihnen schließlich den Garaus macht.

Neuere Untersu­chungen haben zudem gezeigt, dass Pilzgifte, von denen man glaubte, sie seien für Bienen ungefährlich, im Darm der Insekten die Mikro­benflora angreifen, die den Pollen verdaut. Das könnte die Nährstoffaufnahme und damit die Gesundheit der Bienen schädigen.”

Anmerkung: Hier handelt es sich wohl um einen Übersetzungsfehler, denn gemeint sind wohl nicht Pilzgifte sondern Fungizide, also Pilzbekämpfungsmittel, wie sie in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

aus: http://www.nationalgeographic.de/reportagen/suesser-lohn?page=2

Dieser Zusammenhang zwischen Pflanzenschutzmitteln und dessen Auswirkungen auf die Mikrobenwelt des Biens (im Darm und im Bienenbrot) wird nun seit Jahren in der Wissenschaft und unter Imkern diskutiert. Leider werden die Forschungsergebnisse dazu nicht veröffentlicht - angeblich, um die Ergebnisse wasserdicht zu machen. Und es sind noch viel zu wenige Forscher (vor allem Bienenforscher, Mikrobiologen und Toxikologen), die an dieser Sache arbeiten.

Daher sind alle Universitäten und Bienenforschungseinrichtungen dazu aufgerufen, diesen Hinweisen bezüglich der Wirkungen von Pflanzenschutzmittel-Cocktails auf die Mikrobiologie des Bienenstockes verstärkt nachzugehen. Die Bienen brauchen Sie. Bitte helfen Sie mit.

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