Deutsches Bienenmonitoring - ein Review

Dienstag, 25. Januar 2011 | Autor: Bernhard

Das Deutsche Bienenmonitoring als Projekt zwischen Industrie, Bieneninstituten und Imkerverbänden hat vor kurzem einen Artikel in dem wissenschaftlichen Journal Apidologie herausgegeben.  Literaturverweis:

Genersch E, von der Ohe W, Kaatz H, Schroeder A, Otten C, Büchler R, Berg S, Ritter W, Mühlen W, Gisder S, Meixner M, Liebig G, and Rosenkranz P (2010)

The German bee monitoring project: a long term study to understand periodically high winter losses
of honey bee colonies, Apidologie 41:332-352

Der Artikel kann hier eingesehen werden:

Apidologie, The German bee monitoring project

Schon damals hat der Artikel große Verwunderung hervorgerufen - durch seine Unwissenschaftlichkeit. Bei einem wissenschaftlich geprägten Journal hätte man einen gewissen Anspruch an die Wissenschaftlichkeit einer Veröffentlichung erwartet.

Jetzt ist ein Review durch den NABU und BUND erschienen:
BUND, Review

NABU, Review

Das Review beleuchtet die Wissenschaftlichkeit und die Aussagekraft des Artikels zum Deutschen Bienenmonitoring - sowie des Projektes an sich.

Das Review in voller Länge:

Das Deutsche Bienenmonitoring: Anspruch und Wirklichkeit

24.1.2011 Seite 1 von 16
Das Deutsche Bienenmonitoring-Projekt: Anspruch und Wirklichkeit - Eine kritische Bewertung

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Thema: Imkerdemo

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2 Kommentare

  1. Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass die Varroose eine Ursache war (nicht Varroa).
    Vor der Einschleppung der Varroose durch ein deutsches Bieneninstitut galt als Faustregel, dass man mit durchschnittlich 10% Winterverlusten auf dem Stand rechnen müsse.
    Bei den veröffentlichten Monitoring-Verlustraten, die zwischen 3,5% und 15% über die Berichtsjahre hinweg schwankten und wofür der Varroabefall im Herbst (zusammen mit den assoziierten Sekundärinfektionen -zwei Virenarten-) eine Hauptursache für Überwinterungsverluste darstelle, bleibt kein Platz mehr für die eigentlich „normale“ Verlustrate aus Ursachen, die vor der Varroose sowie überwiegend mit der Varroose bis ca. 2000, auftraten . Wenn jene Ursache, wie formuliert, eine Hauptursache ist (nicht die Hauptursache), muss es noch mindestens eine weitere Hauptursache geben. Darüber sagt aber der durch den Namen der Apidologie garantierte maximal wissenschaftliche Monitoring-Bericht nichts aus.

  2. Wir als World Save Bee Fund setzen uns für mehr wissenschaftliche Forschung zum Thema Bienensterben ein. Es ist eigentlich egal, das es viele Ursachen gibt. Wenn die Bienen sterben, haben wir bald auch Probleme. In Niedersachsen gab es bereits bei der Rapsblüte Ernteausfälle wegen zu geringer Bestäubung. Es gilt also wissenschaftliche Forschung voranzutreiben und unabhängig zu gestalten. Das ging beim Bienenmonitoring offensichtlich sehr schief. Grundsätzlich ist eine solche Studie aber wichtig, sollte nur breiter und Wissenschaftlich fundierter aufgestellt werden. Coloss - ein Programm der EU gibt da den richtigen Anstoß nicht in Ländergrenzen denken sondern EU weit Forschungsergebnisse vernetzen. Wir arbeiten auch gerade an einem Internet-Portal um Forschungsergebnisse in verschiedenen Sprachen zugänglich und anwendbarer zu machen. Allerdings weltweit und nicht auf die EU begrenzt. gerade unterstützen wir ein Projekt in Udumurtien (Russland), das dort ein plötzliches Bienensterben untersucht.
    Also weiter forschen und sich öffentlich mehr einsetzen. Voten sie zum Beispiel für einen internationalen Tag zum Schutz der Biene mit:

    http://www.save-bee.com/de/wsbf/main/day-of-protection-of-bees/

    Danke für die Unterstützung.

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