Neonicotinoide im Honig

Mittwoch, 28. Juli 2010 | Autor: Bernhard

Eine von der Universität Wien im März 2010 veröffentlichte Diplomarbeit mit dem Titel “Development of a Method for the Analysis of Neonicotinoid Insecticide Residues in Honey using LC-MS/MS and Investigations of Neonicotinoid Insecticides in Matrices of Importance in Apiculture” beschäftigt sich mit dem Nachweis von Neonicotinoiden im Honig. Sie enthält Informationen zu den in Deutschland in 2008 gefundenen Rückständen von Neonicotinoiden, die bisher eher nur Fachkreisen bekannt waren. Die Funde in Deutschland:

In May 2008 the CVUA Stuttgart analysed 24 honey samples from Southern Germany with focus
36 on the following neonicotinoid insecticides: acetamiprid, clothianidin, imidacloprid, nitenpyram, thiacloprid and thiamethoxam. In 75 % of the samples, thiacloprid was detected in concentrations ranging from 2 to 110 μg/kg. Traces of thiamethoxam (1 μg/kg) were found in one honey sample while no other neonicotinoids insecticides were detected in the samples (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart 2008a). In June to August 2008 the CVUA Stuttgart analysed another 67 honey samples for pesticide residues. Only 18 % of them contained pesticide residues. Thiacloprid was found in four honey samples at concentrations of 7 to 45 μg/kg (Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart 2008b). Further, the content of clothianidin was analysed in 65 honey samples from areas affected by honeybee colony losses in Southern Germany. In seven samples clothianidin was detected in the range of 1.1 to 2.3 μg/kg.

aus: Diplomarbeit Gina Tanner

75 % der 24 Honigproben aus Süddeutschland enthielten Thiacloprid in Konzentrationen von 2 bis 110 μg/kg. In einer Probe wurde Thiamethoxam gefunden (1 μg/kg).

18% der 67 weiteren Honigproben, wobei in vier Proben Thiacloprid in Konzentrationen von 7 bis 45 μg/kg gefunden wurden.

7 der 65 Honigproben aus dem Gebiet des Bienensterbens 2008 enthielten Clothianidin in Konzentrationen von 1,1 bis 2,3 μg/kg.

Weiter führt Gina Tanner in ihrer Diplomarbeit zu Funden von Neonicotinoiden im Honig aus:

In diesem Zusammenhang war das Hauptziel dieser Diplomarbeit die Entwicklung und Validierung einer
analytischen Methode für die simultane Bestimmung von Neonicotinoiden in Honig sowie die anschließende Untersuchung von österreichischen Honig- und Nektarproben. Die Methode umfasste insgesamt acht Neonicotinoide (Acetamiprid, Clothianidin, Dinotefuran, Flonicamid, Imidacloprid, Nitenpyram, Thiacloprid und Thiamethoxam) und vier Metabolite (IM 2-1, TFNA-AM, TZMU und TZNG). Die Probenaufarbeitung basierte auf einer Extraktion mit Acetonitril und anschließender Aufreinigung mittels dispersiver Festphasenextraktion. Der Nachweis und die Quantifizierung der Analyte erfolgte mit LC-MS/MS. Drei Neonicotinoide konnten in den Honigproben nachgewiesen werden: 18 von 41 Proben enthielten Thiacloprid, zwei Proben Acetamiprid und eine Probe Spuren von Thiamethoxam. In Honigproben von Bienenvölkern, welche von Bienenverlusten betroffen waren, konnte Thiacloprid häufiger und in höheren Konzentrationen nachgewiesen werden als in normalen Monitoringproben.
Weiters enthielten Blütenhonige durchschnittlich höhere Thiacloprid-Rückstände als Waldhonige. Neun von elf Nektarproben enthielten ebenfalls Thiacloprid. Eine Korrelation zwischen den positiven Proben und Gebieten mit
hohem Anteil an Mais- und Rapsanbau konnte nicht festgestellt werden.

aus: Diplomarbeit Gina Tanner

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Thema: Imkerdemo

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