Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser

Mittwoch, 24. März 2010 | Autor: Bernhard

Ein interessanter Vortrag zum Thema Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser.

Zitat:

„Neue“, bis vor kurzem trinkwasserseitig
unbekannte Metaboliten sind z.B. Metaboliten
von Chlorthalonil, Dimethachlor, Metazachlor,
S-Metolachlor,
Dimethenamid-P, Dimoxystrobin, Flufenacet,
Flurtamone, Metalaxyl-M, Pethoxamid,
Quinmerac, Thiacloprid, Trifloxystrobin und
Tritosulfuron.

Weiteres Zitat:

Vorerst dauerhafte Konzentrationen oberhalb
des GOW oder des VMW sind für nicht relevante
Metaboliten daher formal-rechtlich möglich. Das
UBA hält sie in solchen Fällen auch für
gesellschaftlich vermittelbar, in denen der
Nutzen des PSM unvermeidbar mit dem
Vorkommen des Metaboliten verknüpft ist.
Dies soll offensiv kommuniziert werden.

Quelle (PDF):
http://www.lw-online.de/fileadmin/downloads/service_fachbeitraege/LWF2008_Ammon.pdf

Bitte das PDF lesen.

Zu Dimoxystrobin:

2. Mögliche Gefahren
Gesundheitsschädlich beim Einatmen und Verschlucken.
Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.
Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
Kann das Kind im Mutterleib möglicherweise schädigen.
Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.

aus dem Datenblatt des Herstellers:http://www.agrar.basf.de/de/deploy/media/de/productfiles/safety_data_sheet/SDB_Cantus_Gold.pdf

Im Trinkwasser.

In Bienenproben wird Dimoxystrobin vom JKI auch festgestellt. Es kommt mit dem Mittel Cantus in Rapskulturen in die Völker. Zusammen mit Boscalid - auch immer wieder vorgefunden in Bienenproben.

Weiter ist zu lesen:

Am Beispiel des PSM-Metaboliten N,N-Dimethylsulfamid wird die Vorgehensweise erläutert. DMS wird bei einem aerob betriebenen Testfilter mikrobiell nicht abgebaut.
Entsprechende Untersuchungen im Grundwasser und an ausgewählten Uferfiltratstrecken am Niederrhein zeigen ebenfalls keinen Rückgang der DMS-Konzentrationen. Bei den häufig in der Trinkwasseraufbereitung angewandten Verfahren der Oxidation und Desinfektion wird DMS lediglich mit Ozon, was zur Bildung von NDMA (N-Nitrosodimethylamin), einer genotoxischen Substanz, führen kann, und mit Chlor zu bislang unbekannten Desinfektionsnebenprodukten umgesetzt.
Pflanzenschutzmittel und ihre Abbauprodukte sollten als anthropogene Verunreinigungsstoffe nicht im Trinkwasser enthalten sein. Aufgrund der geologischen Situation, aber auch wegen der landwirtschaftlich intensiven Nutzung der Flächen, die in einem Wassereinzugsgebiet liegen, lässt sich das nicht immer vermeiden. Die Wasserversorger sind gehalten, bei Auftreten dieser Stoffe Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Da dies jedoch nicht immer zeitnah möglich ist, sieht die Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) die Möglichkeit vor, befristet die Abweichung von einer Grenzwertüberschreitung zuzulassen. Dies betrifft alle Pflanzenschutzmittel und deren relevante Metaboliten, die nicht-relevanten Metaboliten fallen unter das Minimierungsgebot des § 6 Abs. 3 TrinkwV 2001.
Nach einer aktuellen DVGW-TZW-Studie 1 fanden 38 % der deutschen Trinkwasserversorger
Pflanzenschutzmittel oder deren Metabolite in den Grund- und Oberflächengewässern der Einzugsgebiete ihrer Gewinnungsanlagen. Erstaunlich hoch ist der Anteil der Funde von bereits nicht mehr zugelassenen Pestiziden zu werten. Dieser Fakt verdeutlicht einmal mehr die Langfristigkeit der Auswirkungen von anthropogenen Einträgen in die Umwelt und unterstreicht die Richtigkeit das Vorsorgeprinzip konsequent anzuwenden.
…dass im Rahmen der Wasseraufbereitung mit Ozon als Reaktions- und Transformationsprodukt NDMA (N-Nitrosodimethylamin) gebildet werden kann. NDMA verfügt über eine kanzerogene Wirkung.
Bislang war die Hauptbelastung der Karst- und Oberflächenwasservorkommen durch Pflanzenschutzmittel Atrazin bzw. Desethylatrazin. Trotz eines Verbotes vor 20 Jahren liegt in Teilbereichen der Rohwasserressourcen die Konzentration immer noch über dem Grenzwert von 0,1 μg/L. Im Herbst 2006 wurden dann in sehr hohen Konzentrationen Zerfallsprodukte von Chloridazon (Desphenylchloridazon und Methyldesphenylchloridazon) gefunden. Die Konzentrationen erreichen Werte von bis zu 1,4 μg/L und liegen damit das 14-fache über dem Grenzwert der baden-württembergischen Schutzgebiets- und Ausgleichsverordnung (SchALVO). Eine „Sanierung“ über natürliche Verdünnung wird bei einer durchschnittlichen Belastung von ca. 400 ng/L etwa 25 – 30 Jahre dauern.
Ein wesentliches Problem, das sich auftut, ist, dass dem Trinkwasserkunden die
Unbedenklichkeit vorhandener Metabolite in Konzentrationen über dem etablierten
Grenzwert von 0,1 μg/L für Wirkstoffe nicht vermittelt werden kann.
Am Beispiel von Tolyfluanid wurde anlässlich der Untersuchungen im letzten Jahr deutlich,
Abweichend davon hat das Bundesland Baden-Württemberg den Metaboliten N,N-Dimethylsulfamid (DMS) als relevant eingestuft, so dass im Trinkwasser der PSM-Grenzwert von 0,1 μg/L einzuhalten ist. Darauf hin mussten viele WVU in Baden-Württemberg eine Ausnahmegenehmigung zur vorübergehenden Duldung von gesundheitlich unbedenklichen Stoffen im Trinkwasser beantragen, die ihnen kurzfristig auch erteilt wurde. Eine Ausnahmegenehmigung gemäß § 9 TrinkwV 2001 ist aber auf maximal 3 x 3 Jahre befristet.

aus:
http://www.lfu.bayern.de/analytik_stoffe/fachinformationen/psm_metaboliten/doc/fachtagungkurzfassung_psm_metaboliten.pdf

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Hoher Gehalt an Pflanzenschutzmitteln und Varroaziden

Dienstag, 23. März 2010 | Autor: Bernhard

Die amerikanischen Forscher Christopher A. Mullin, Maryann Frazier, James L. Frazier, Sara Ashcraft, Roger Simonds, Dennis vanEngelsdorp und Jeffery S. Pettis gehen dem Bienensterben/CCD nach und erforschen die Ursachen für die massenhaften Verluste.

Ihre nun veröffentlichte Studie aus dem März 2010 lautet:

High Levels of Miticides and Agrochemicals in North American Apiaries: Implications for Honey Bee Health

Hoher Gehalt an Pflanzenschutzmitteln und Varroaziden: Implikationen für die Gesundheit der Bienen

Sie haben in 887 Proben (Bienen, Wachs, Pollen, etc.) über 121 verschiedene Pflanzenschutzmittel gefunden.

60 % der Pollenproben enthielten mindestens ein systemisches Pflanzenschutzmittel.
47 % der Proben enthielten die Milbenbehandlungsmittel Fluvalinate und Coumaphos (hierzulande unter Perizin bekannt).
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[Mitmachaktion] Verbot von Neonicotinoiden

Freitag, 19. März 2010 | Autor: Bernhard

Unterschriften Aktion des Landesverbandes Württembergischer Imker

Da trotz der Bienenkatastrophe im Jahre 2008 versucht wird einige Neonicotinoide als Beizmittel für die Maisaussaat wieder zuzulassen, hat der Vorstand des Landesverbandes in seiner Sitzung am 13.3.2010 beschlossen, gegen eine Wiederzulassung dieser Beizmittel auf diesem Weg zu protestieren.

Die Neonicotinoide sind für Insekten aller Art starke Nervengifte. Schon kleinste Mengen führen bei ihnen zum Tode. Da die negativen Auswirkungen dieser Mittel auf das Ökosystem in keinster Weise abzusehen sind, sehen wir uns zu diesem Schritt gezwungen. Wir Imker sind nicht nur für unsere Bienen verantwortlich, sondern auch verantwortlich für eine intakte Umwelt. So steht es in der Satzung unseres Landesverbandes Württembergischer Imker.

Nicht nur unter Imkerinnen und Imkern, alle können unsere Aktion unterstützen.

Unterschreiben Sie bis zum 15.5 2010 online.

Zur Unterschriftenaktion

Bitte, helft mit.

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Bienenvergiftungen melden!

Dienstag, 9. März 2010 | Autor: Bernhard

Bitte tragt euch hier in das Formular ein und meldet eure Bienenvergiftungen. Wir tragen sie anonymisiert in eine Karte ein, damit wir eine Übersicht erhalten.

weiter…

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[Mitmachaktion] Umweltdialog des Bundesumweltministeriums

Donnerstag, 4. März 2010 | Autor: Bernhard

Ich brauche eure Unterstützung bei einem Umweltdialog, den das Bundesumweltministerium ausrichtet.

Bitte meldet euch an und unterstützt mein Schreiben an das Bundesumweltministerium, wenn ihr mit den Inhalten meines Schreibens einverstanden seid.

Zum Hintergrund von Mitreden-U: Wer? Was? Warum?

Die Bürgerbeteiligung „Mitreden-U: Umweltdialog zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie“ ist einer der ersten Schritte für den Fortschrittsbericht 2012 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. In dem Fortschrittsbericht steht nicht nur, was die Bundesregierung auf dem Weg zu einem nachhaltigen Deutschland bisher erreicht hat, sondern auch in welchen Bereichen sie zukünftig besonders aktiv wird und welche konkreten Ziele sie erreichen möchte.

Hier geht zum Beitrag:

http://www.mitreden-u.de/node/211

Bitte schreibt allen, die ihr kennt und helft mit, meinen Beitrag in die Diskussion in Berlin einzubringen.

Bitte helft mit. Danke!

Bernhard

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