Imkerdemo am 28.2.2009 in Wien (Österreich)

Freitag, 20. Februar 2009 | Autor: Bernhard

Am Samstag, den 28. Februar 2009 findet um 14.00 Uhr auf dem Ballhausplatz, 1010 Wien eine Demonstration statt.

Das Motto der Demonstration:

Genmais-Anbau droht! (Und wenn ihr Euch nicht traut, so lasst das Volk abstimmen!)

Hintergrund

Am 2. März 2009 (nur noch 1 Woche!) will die Europäische Union Österreich zwingen, den Anbau von Genmais zuzulassen.

Bitte erscheint im Imkerdress und rauchendem Smoker. Bringt Transparente mit, die auf unsere Sorgen hinweisen.

Weitere Informationen unter http://www.bienenforum.com

Ansprechpartner und Organisator = Klaus Faißner

Initiative Gentechnik-Verbot

Erstunterstützer:

Univ. Doz. Peter Weish
Univ. Prof. Alfred Haiger
Univ. Prof. Anton Moser
Josef Hoppichler
Werner Müller
Karl Schirnhofer (Schirnhofer GmbH)
IG-Milch
Die Bioniere
Plattform “Ärzte, Bauern und Juristen gegen Gentechnnahrung”

Postfach 15, 1133 Wien,

Spendenkonto:
Klaus Faißner (Organisator)
Kto: 50466384101
BLZ: 12000
Bank Austria

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Thema: Imkerdemo

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Ein Kommentar

  1. 1
    Manfred Bigl 
    Freitag, 20. Februar 2009

    Auf Grund eines Gutachtens der EFSA, das den gentechnisch veränderten Maissorten MON810 und T25 Unbedenklichkeit hinsichtlich Umwelt und die Gesundheit von Menschen und Tieren zuspricht, soll die österreichische Bundesregierung das bestehende Anbau- und Verkaufsverbot für Saatgut dieser Sorten aufheben.

    F O R U M
    EUropa-Info
    12
    02/2005
    Wer ist EFSA?
    EFSA ist die neue Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit
    (European Food Safety Authority), die mit der EU-Verordnung
    178/2002 ins Leben gerufen worden ist. EFSA wurde
    als Reaktion auf die BSE-Krise gegründet, wo das Vertrauen
    der europäischen Konsumenten tief erschüttert wurde.
    Damals wurde der Ruf nach einer zentralen Behörde für Lebensmittelsicherheit
    laut, die sich professionell und auf hohen
    wissenschaftlichen Niveau um die Vermeidung und Früherkennung
    von potentiellen Lebensmittelkrisen kümmern sollte.
    Weiters sollte EFSA die EU-Kommission als auch die Mitgliedstaaten
    sehr früh von Lebensmittelgefährdungen in Europa informieren,
    damit Probleme (wie zB überhöhte Schadstoffbelastungen
    von Fleisch, Eier, Tomaten) nur regional begrenzt
    bleiben und nicht durch ganz Europa verschleppt werden.
    Eine zentrale Funktion erhielt EFSA durch die Risikobewertung
    von Zulassungsanträgen wie Pflanzenschutzmittel, Zusatzstoffe
    und GVO (gentechnisch veränderte Organismen) und
    andere.
    Welche Bedeutung hat EFSA?
    Im Mai 2003 hat EFSA seine operative Tätigkeit aufgenommen
    und seit dem zB im Bereich der Frühwarnung von Schadstoffbelastungen
    sehr gute Arbeit geleistet. Doch EFSA ist nicht
    gleich EFSA. EFSA ist in 18 Sientific Panels (wissenschaftliche
    Gremien) unterteilt. Bisher haben wir von GLOBAL 2000 und
    unser Europäisches Netzwerk „Friends of the Earth“ die Arbeit
    des EFSA GVO-Panels untersucht.
    Das EFSA GVO-Panel führt die Risikoabschätzung bei Anträgen
    auf Zulassung eines GVOs, zB Gentech-Mais NK603,
    durch und gibt darüber ein Gutachten heraus. Fällt ein Gutachten
    positiv aus (dh der GVO wird als sicher für den Verzehr
    als Futtermittel, als Lebensmittel angesehen), so schlägt die
    EU-Kommission den Mitgliedstaaten die Zulassung des GVOs
    vor. Die Mitgliedstaaten können nur mit qualifizierter Mehrheit
    (das sind fast Dreiviertel der Stimmen) einen Zulassungsvorschlag
    der Kommission ablehnen. Diese Mehrheiten konnten
    trotz überwiegender Ablehnung durch die Mitgliedstaaten
    nicht erreicht werden. Somit geht der Ball zur Zulassung wieder
    zur Kommission. Diese lässt dann, auf Basis des ursprünglichen
    Gutachtens der EFSA, den GVO als Lebensmittel
    und Futtermittel zu. So geschehen zB mit dem Genmais
    NK603 von Monsanto. Wie man sieht, führt jedes positive Gutachten
    der EFSA letztlich zur Zulassung des GVOs.
    Was macht das EFSA GVO-Panel?
    Die Arbeit des EFSA GVO-Panels ist weit von den Zielen einer
    Vermeidung oder Früherkennung von Lebensmittelrisiken entfernt.
    Dies ist für den Insider auch nicht verwunderlich, wurden
    doch fast ausschließlich jene Experten in den Panel nominiert,
    die bei den wissenschaftlichen Konferenzen der letzten
    Jahre ganz besonders durch gentechnikbefürwortende
    Statements und Studien aufgefallen sind.
    Wissenschaft kann heute alles beweisen, es hängt nur von der
    Wahl der Methode und einer entsprechenden großzügigen Interpretation
    der Daten ab. Nur Insider der Szene können erkennen,
    ob der erbrachte Beweis für die Sicherheit eines GVOs
    und die dafür verwendete Methode in einem direkten Zusammenhang
    stehen oder nicht. Für den Außenstehenden bleibt
    nur ein Expertenstreit, bei dem die Orientierung schwer fällt.
    Dennoch soll hier versucht werden, zumindest die wesentlichsten
    Mängel der Risikobewertung durch die EFSA aufzuzeigen
    und zu erklären.
    Mängel in der Risikobewertung von Gentech-Pflanzen
    EFSA bewertet Risiken von GVOs anhand des Prinzips der
    Substantiellen Äquivalenz. Das heißt, es werden der GVO
    und seine konventionelle Ausgangssorte auf eine Vielzahl von
    Inhaltsstoffen (wie zB Aminosäuren, Proteine, Aschegehalt)
    untersucht.Wenn die Inhaltsstoffzusammensetzung der GVOPflanze
    und der konventionellen Sorte statistisch gleich sind,
    so wird kein Risiko gesehen.
    Darüberhinaus werden noch Sequenzanalysen des eingeführten
    Proteins und Futterverwertungsstudien durchgeführt.
    Die Sinnhaftigkeit von Sequenzvergleichen zur Identifikation
    von allergenen oder toxischen Substanzen wurde bereits von
    Dr.Valenta (Allergologe an der medizinischen Fakultät der Uni
    Wien) in Frage gestellt. Allergene Proteine unterscheiden sich
    von nicht-allergenen Proteinen häufig nur um wenige Basenpaare.
    Der Nachweis fehlender Sequenzidentität mit bekannten
    Allergenen kann nicht als Beleg für das Fehlen eines Allergiepotentials
    dienen. Diese Erkenntnis wird jedoch von der
    EFSA bislang ignoriert.
    Futterverwertungsstudien werden mit landwirtschaftlichen
    Nutztieren durchgeführt, wobei keine toxikologischen
    Parameter wie Gewichte der Organe, Blutbild, Gewebsveränderungen
    untersucht werden. Bei diesen Studien werden Gewichtszunahmen
    der Tiere, Anteil des Muskelfleisches und andere
    landwirtschaftlich relevante Daten erhoben. Im Grunde
    geht es darum, zu erkennen, ob das Futter aus transgenen
    Wer kontrolliert die neue Europäische Behörde
    für Lebensmittelsicherheit (EFSA)?
    Mit der Gründung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sollten Lebensmittelskandale
    wie BSE vermieden oder möglichst früh erkannt werden. Fast zwei Jahre nachdem EFSA
    ihre Arbeit aufgenommen hat, scheint von diesen hehren Idealen nichts mehr übrig geblieben zu
    sein.
    F O R U M
    EUropa-Info
    13
    02/2005
    Pflanzen das Leistungspotential der Nutztiere verringert, wodurch
    die Vermarktungschancen des Produktes geschmälert
    würden. Die Versuche sind von kurzer Dauer und ohne toxikologische
    Relevanz, wie auch die Antragsteller vermerken. Sie
    dienen als Nachweis der Substantiellen Äquivalenz des gentechnischen
    Futtermittels mit einem konventionellen Futtermittel.
    Zur weiteren Absicherung werden in letzter Zeit auch 90 Tage-
    Fütterungstests bei Ratten durchgeführt. Hier werden
    die Effekte der GVO-Variante einer Kontrollvariante sowie
    sechs weiterer Referenzvarianten auf Leber, Niere, Blut usw.
    miteinander verglichen.
    Die Kritik an der Arbeit der EFSA betrifft die falsche Methodenwahl,
    ein wissenschaftlich nicht sauberes Methodendesign
    sowie die kreative Form der Dateninterpretation. Dies soll
    im Folgenden näher erklärt werden.
    Langzeitrisiken werden nicht untersucht!
    EFSA ist gemäß der Verordnung 178/2002 verpflichtet, Langzeitrisiken
    und Risiken auf zukünftige Generationen zu erfassen.
    Mit einer chemischen Analyse kann man nur sagen, ob die
    Inhaltstoffzusammensetzung im Groben stimmt oder nicht.
    Die toxikologische Sicherheit der Pflanze lässt sich damit nicht
    beweisen.
    Die durchgeführten 90 Tage-Tests bei Ratten sind subchronische
    Studien, mit denen Kurzzeiteffekte, jedoch keine Langzeitwirkungen
    (wie zB Einfluss auf das Immunsystem, Potential
    Krebs auszulösen) festgestellt werden können. Bei Pflanzenschutzmittel
    sind zu dieser Abschätzung 720 Tage-Tests
    vorgesehen, doch diese werden bei GVOs nicht durchgeführt.
    Aus Sicht des Tierschutzes sollte man auf Kurzzeit- und subchronische
    Studien verzichten und lediglich Langzeittests
    durchführen. Diese sollten bis zum natürlichen Ableben der
    Tiere durchgeführt werden (bei Ratten bis zu 4 Jahre).
    Schon Kurzzeit-Untersuchungen zeigen Nachteile
    Obwohl die EFSA falsche Methoden zur Abschätzung von
    Langzeitrisken anwendet, zeigen sich auch schon bei den
    Kurzzeituntersuchungen, dass GVOs anscheinend doch Nachteile
    für den tierischen und deshalb wahrscheinlich auch für
    den menschlichen Organismus haben. So wurden in bisher allen
    90 Tage-Tests (NK603, Mon 863) statistisch signifikante
    Abweichungen zwischen GVO und Kontrollvariante in einem
    oder mehreren Parametern wie zB Nierengewichte, Blutwerte
    oder Zellen des Immunsystems gefunden.
    Durch das gewählte Design mit sechs weiteren Referenzvarianten
    sind die Ergebnisse nicht immer statistisch signifikant
    zu der Referenzgruppe. In jenen Fällen, in denen statistisch
    signifikante Unterschiede dennoch nicht in der großen Referenzgruppe
    versteckt werden können, werden die Daten sehr
    großzügig und sehr kreativ interpretiert, zB „no consistent differences,
    no biological significance, artifactual differences“
    (EFSA Gutachten zu NK603, Mon863). Mit diesen falschen
    Methoden, dem eigenwilligen Design und der kreativen Form
    der Dateninterpretation konnte die EFSA immer ihren Schluss
    untermauern, dass der GVO sicher ist.
    Unsicherheiten werden ignoriert!
    Doch die Kritik an der Risikoabschätzung von GVOs geht
    darüber hinaus. Gemäß der Entscheidung 2002/623 ist EFSA
    auch verpflichtet, Unsicherheiten in der Risikoabschätzung zu
    identifizieren und offen zu kommunizieren. Angesichts dieser
    Methodentricks wundert es niemand, dass EFSA die Unsicherheiten
    in der Risikobewertung vollständig ignoriert.
    Gerade die vielen Überraschungen durch das Human Genome
    Project haben gezeigt, dass wir offensichtlich das Geheimnis
    der DNA nur höchst unvollständig gelüftet haben. Der
    Mensch hat, wie 2004 offenbar wurde, lediglich 25.000 Gene,
    der Reis ca. 50.000 Gene, einfachste Pflanzen wie die Arabidopsis
    haben 28.000 Gene. Die Komplexität des Menschen
    kann nicht durch die Anzahl seiner Gene erklärt werden. Im
    Gegensatz zu anderen Arten hat der Mensch ausgesprochen
    viel „Genmüll“, dh. DNA-Abschnitte, die keine Proteine codieren.
    Jahrelang hat man diese Abschnitte als junk (Müll)-
    DNA bezeichnet. Heute sagt man dazu „nicht codierende Sequenzen“
    und man weiß, dass darin viele lebenswichtige regulatorische
    Funktionen enthalten sind.
    Eric Neuman (Vizepräsident von Bioinformatics) sagte einmal
    treffend: „Wir haben ein sehr begrenztes Verständnis, was in
    einer Zelle abläuft. Man kann das ganze Genom kennen und
    doch weniger als 1 % verstehen, was in der Zelle passiert.“
    Risikoforschung kann niemals besser sein als die Grundlagenforschung.
    Lücken in der Grundlagenforschung sind immer
    auch Lücken in der Risikoforschung. Es fragt sich, ob bei diesem
    geringen Kenntnistand und 99 % wissenschaftlicher Unsicherheit
    überhaupt eine verlässliche Risikoaschätzung möglich
    ist.
    EFSA kennt nur eine Antwort: sicher!
    Für die EFSA gibt es solche Fragen nicht, es gibt für sie nur eine
    Antwort, der GVO ist sicher, wie sie bisher bei allen überprüften
    GVOs festgestellt hat. Dass ein Wissenschaftler des
    EFSA GVO-Panel direkte Kontakte zur Industrie hat und zwei
    weitere in einem Werbefilm von Monsanto aufgetreten sind,
    dient lediglich der Abrundung des Bildes. Die Dunkelziffer an
    Kontakten zwischen EFSA-Mitarbeitern und Industrie ist möglicherweise
    noch höher, der Nachweis jedoch außerordentlich
    schwierig. n
    Werner Müller
    DI Werner Müller
    Risikoforscher und Gentechnikexperte
    GLOBAL 2000
    T: 01.812 57 30-46
    E: werner.mueller@global2000.at
    http://www.global2000.at
    Der englische Bericht „1 Year EFSA“ kann unter http://www.global2000.at
    oder http://www.foeeurope.org bezogen werden.

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