Imkerdemo in Bonn - Imkervereine zeigen Flagge

Montag, 15. September 2008 | Autor: Bernhard

Am 14. September 2008 fand vor dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Bonn eine weitere Demo der Imker statt.

80 wackere Imker und Imkerinnen (es ist das Jahr der Imkerinnen) fanden sich vor den Toren des Ministeriums ein um der Politik das Signal zu geben: “Bienensterben in Deutschland ist nicht nur eine unglückliche Verkettung von Unfällen”.

Die Vereine des D.I.B. waren in Bonn zahlreich vertreten - sie kamen sogar extra aus Guben angereist. Das sind 700 Kilometer quer durch Deutschland. Bienen und die Imkerei sind den Vereinen wichtig. Doch auch die Imkervereine aus der Nähe, zum Beispiel der Bienenzuchtverein Duisburg und der Kölner Imkerverein waren vertreten.

Insgesamt war der Ton etwas schärfer als auf den anderen Demos und nicht immer waren die Worte frei von persönlichen Angriffen. Ich möchte an dieser Stelle daran erinnern, dass wir rein konstruktiv arbeiten und die Welt nicht mit einer Achse des Bösen in mehrere Lager teilen. Jede Energie, die in Vorwürfe und destruktive Arbeit gesteckt wird, ist vergeudete Energie. Befreit euch von der Vorstellung, dass ein Gericht unsere Probleme lösen kann. Weder ein moralisches noch ein juristisches Gericht wird hier helfen. Nur die konstruktive Arbeit und der Willen, die Honigbienen, die Bestäuber und letztlich uns Menschen (siehe auch: Zusammenhang von Pestiziden und Parkinson bekräftigt) zu erhalten. Wir brauchen unsere Kraft, jedes bisschen davon. Verschwendet sie nicht.

Meinen ganz besonderen Dank gilt Ulrike Hoefken, der einzigen Politikerin, die der Einladung gefolgt ist. Eine Politikerin mit Herz für die Sache - so wünschte man sich eine Bundeskanzlerin. Eine Bundeskanzlerin der Bienen und Imker ist sie bereits jetzt schon.

Politiker die sich informieren und mit Verantwortung Entscheidungen treffen verdienen unsere Unterstützung. Im Bundestag wird die Pflanzenschutzverordnung neu aufgelegt - hier müssen wir zur Verantwortung aufrufen und auf die bisher verdeckt gebliebenen Probleme der Pestizide aufmerksam machen.

Vor allem sind folgende Fragen dringend klärungsbedürftig.

1.) Wie giftig sind Neonikotinoide für Menschen? Wie gesundheitsgefährdend ist Clothianidin für den Menschen?

Speziell zu Clothianidin ist zu erfahren, wie viele gebeizte Maiskörner von einem Menschen ohne Gefahr verzehrt werden können.

2.) Was spricht aus Sicht der Agrarpolitik denn gegen Überlegungen, andere Alternativen anzuwenden?

Warum sollte man nicht über Alternativen nachdenken? Oder anders ausgedrückt - warum “müssen” Neonikotinoide eingesetzt werden? Welche Gründe machen den Einsatz zwingend notwendig und Alternativen von vorne herein sinnlos?

3.) Wie genau ist denn der Erfolg des Einsatzes von Clothianidin oder Biscya gegen den Käfer zu bewerten?

Wurde der Vormarsch auf einem einzigen Acker mit Erfolg gestoppt? Wie hoch sind die Kosten des Einsatzes zum dadurch gewonnenen Ertrag?

4.) Was spricht gegen eine Überprüfung der Zulassungsverfahren?

Das sind die Fragen, die uns die Politik beantworten sollte. Geht auf eure Politiker zu und fragt diese Fragen.

Ganz besonders sollte der Kontakt zu den Landwirten gesucht werden. Sie sind genau wie Imker Produzenten von Nahrungsmittel. Und sie tragen eine Mitverantwortung für die Lebensmittelsicherheit.

Hier geht es zu den Bildern von der Demo:
Bilder von der Demo in Bonn

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Thema: Imkerdemo

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