Strafanzeige gegen BAYER-Vorstand

Mittwoch, 13. August 2008 | Autor: Arnd

„Risiken von Pestiziden seit langem bekannt“ / CBG kooperiert mit betroffenen Imkern

Die Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) hat heute bei der Staatsanwaltschaft Freiburg Strafanzeige gegen den Vorstandsvorsitzenden der BAYER AG, Werner Wenning, eingereicht. Der Verband wirft dem BAYER-Konzern vor, über Jahre hinweg gefährliche Pestizide verkauft und dadurch verheerende Bienensterben in aller Welt in Kauf genommen zu haben. Die CBG kooperiert mit Imkern, deren Bienen im Frühjahr durch das BAYER-Pestizid Poncho vergiftet wurden.

Der Beginn der Vermarktung der BAYER-Pestizide Gaucho (Wirkstoff Imidacloprid) und Poncho (Wirkstoff Clothianidin) fällt mit dem Auftreten großer Bienensterben u.a. in Italien, der Schweiz, Deutschland, Österreich, England, Slowenien und den USA zusammen. Allein in Frankreich starben innerhalb von zehn Jahren rund 90 Milliarden Bienen, die Honigproduktion sank um bis zu 60%. Da Honigbienen außerdem den größten Teil der Blütenbestäubungen erbringen, gingen auch die Erträge von Äpfeln, Birnen und Raps zurück.

Harro Schultze, Rechtsanwalt der CBG:

Die Staatsanwaltschaft muss dringend klären, welche Bemühungen der BAYER-Konzern unternommen hat, um ein drohendes Verbot der von ihm produzierten Pflanzenschutzmittel auf dem deutschen Markt zu verhindern, nachdem in Frankreich der Verkauf längst gestoppt worden war. Es ist davon auszugehen, dass die von BAYER bei den Zulassungsbehörden eingereichten Studien derart angelegt wurden, dass die Bienengefährlichkeit der Wirkstoffe möglichst gering erschien und Pestizid-Rückstände in behandelten Pflanzen verharmlost wurden.

Wegen der Gefährlichkeit für den Bienenbestand hatte die französische Regierung schon 1999 den Einsatz von Imidacloprid zur Saatgutbeizung von Sonnenblumen verboten. Die Zulassung des Wirkstoffs als Beizmittel von Mais wurde 2004 aufgehoben. Auch das Nachfolgeprodukt Clothianidin erhielt in Frankreich keine Zulassung.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren:

Der Vorstandsvorsitzende von BAYER trägt persönlich eine Mit-Verantwortung für die Bienensterben in aller Welt, da die Risiken der Wirkstoffe seit mindestens zehn Jahren bekannt sind. Weitere Bienensterben können nur verhindert werden, wenn der Verkauf gefährlicher Pestizide wie Gaucho und Poncho gestoppt wird.

BAYER hat im vergangenen Jahr mit Imidacloprid und Clothianidin fast 800 Millionen Euro umgesetzt.

In den hohen Umsatzzahlen ist der Grund zu sehen, weswegen sich das Unternehmen trotz der gravierenden Umweltschäden mit aller Macht gegen Anwendungsverbote wehrt

…so Mimkes weiter.

Die CBG stellt die Strafanzeige gemeinsam mit dem Imker Fritz Hug, dessen Bienen im Frühjahr durch Clothianidin getötet wurden.

Informationen zur Strafanzeige finden Sie online:
www.cbgnetwork.de/2561.html

Für Rückfragen:
Rechtsanwalt Harro Schultze: Tel 0221 - / 25 21 75, E-Mail: RA_Schultze@freenet.de

Das Verfahren wird bei der Staatsanwaltschaft Freiburg (Telefon: 0761 2050) unter dem Aktenzeichen 520 Js 1649/08 geführt

Quelle: http://www.cbgnetwork.de/2584.html

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Thema: Bienensterben

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Ein Kommentar

  1. Bienenvolksterben: Strafanzeige gegen die BAYER AG

    Das ist die Situation in der Imkerei:

    „Stellen Sie sich vor, sie fahren mit dem Auto übers Land und sehen hunderte toter Kühe auf einer Weide liegen. Jeder normal denkende Mensch würde sofort die Polizei verständigen, Medien und Nachrichten würden berichten. Wissenschaftler würden eifrig nach dem Grund für den Massentod forschen. So ist die Situation bei den Bienen. Es gibt Millionen und Abermillionen von Leichen, aber es gibt keine Polizei und keinen Aufschrei.“
    Sie haben vielleicht gesehen, dass wir wegen der anhaltenden Vergiftung von Bienen durch Pestizide eine Strafanzeige gegen den BAYER-Vorstandsvorsitzenden eingereicht haben (siehe: http://www.cbgnetwork.de/2556.html).
    Es gab hierzu zahlreiche Berichte, u.a. im SWR, im Kölner Stadt-Anzeiger (www.leverkusener-anzeiger.ksta.de/html/artikel/1218578483124.shtml), in der Frankfurter Rundschau (www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1485365_Berufsimker-vor-Ruin.html ), usw.

    Für die juristische Auseinandersetzung benötigen wir aber noch Hilfe:

    1. wir sammeln Erfahrungsberichte, Stellungnahmen, Fotos, Untersuchungsergebnisse, etc von betroffenen Imkern. Diese können wir im laufenden Verfahren als Beweismittel einbringen.
    2. wir benötigen finanzielle Unterstützung. Unser Netzwerk erhält keinerlei öffentliche Unterstützung und muss alle Recherchen, Anwaltskosten, Kommunikationskosten, etc über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanzieren. Jede Hilfe ist willkommen!
    Falls Sie Materialien zu Bienensterben zusenden möchten, erreichen Sie uns unter:

    Rechtsanwalt Harro Schultze, Gutenbergstraße 48, 50823 Köln; Tel 0221 - 25 21 75, E-Mail: RA_Schultze@freenet.de
    Philipp Mimkes, Coordination gegen Bayer-Gefahren, Kirchweg 65, 50858 Köln; Tel 0211 – 333 911, E-Mail: CBGnetwork@aol.com
    Spenden bitte an das Konto der Coordination gegen BAYER-Gefahren, Konto 8016 533 000 ; BLZ 430 609 67; GLS-Bank (Stichwort „Prozess Bienensterben“)
    Über den Verlauf des Verfahrens werden wir regelmäßig berichten.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Philipp Mimkes
    Coordination gegen BAYER-Gefahren
    http://www.CBGnetwork.org
    Tel 0211-333 911, Fax 0211-333 940

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