Schweigen - oder Verantwortung übernehmen?

Donnerstag, 7. August 2008 | Autor: Bernhard

Oft wird von den Imkern die Sorge geäußert, dass das Thema Pestizide die Honigkunden verschreckt.

Der Honigkunde ist zu Recht verschreckt, wenn die Pestizide im Honig landen. Doch was wollen wir machen? Totschweigen? Was passiert, wenn der Honigkunde erfährt, daß der Imker von der Kontaminierung wußte, aber nichts gesagt hat? Die Wahrheit kommt immer ans Licht, es ist nur eine Frage der Zeit. Veritas vincit.

Meines Erachtens ist das auch kein “Honig-Problem”, sondern ein allgemeines Problem. Was man in den Naturhaushalt einbringt, landet bei uns auf dem Teller.

So wurde Clothianidin in der Schweiz bereits im Salat nachgewiesen. Dieser Salat kam aus Italien. Siehe: Pestizide im Salat (CH)

Am besten reagiert der Imker so. Die unten angegebenen Quellen ausdrucken und auslegen. Sowie zur Demo fahren und sich für eine Reformation der Pflanzenschutzverordnung einsetzen.

Das sieht der Kunde: Der Imker macht was für unsere Nahrungsmittelsicherheit! Das würde ich auch jedem Landwirt raten. Als Nahrungsmittelproduzenten haben wir alle eine Mitverantwortung an der Sicherheit der Lebensmittel. Das Weiterreichen der Verantwortung ist in den Augen des Verbrauchers zu Recht nicht ausreichend.

Die Wahl lautet:

Ducken und schweigen?
Oder Verantwortung übernehmen?

Diese Wahl soll jeder für sich selbst treffen.

Anbei weiterführende Literatur zu Pestiziden im Nahrungskreislauf des Menschen:

Clothianidin im Salat (CH)
Pestizide im Gemüse
Pestizide im Obst
Pestizidrückstände in Lebensmitteln, Umweltinstitut München
Artikel zu Pestiziden im Nahrungskreislauf in der Süddeutschen Zeitung
Pestizid Aktionsnetzwerk, Sammlung von Pressemeldungen
aid infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit informiert (1)
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit informiert (2)

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: Imkerdemo

Diesen Beitrag kommentieren.

2 Kommentare

  1. Ich bin auch für die Information der Kunden, daher brauchen wir mehr Infomaterial. ich denke da so an einem Flyer den alle Imker auslegen können, hat jemand schon so etwas zusammengestellt?

  2. Ehrlichkeit kennt keine Alternative, auch nicht bei der Kundenaufklärung hinsichtlich der Gefahren, die von Pestiziden ausgehen können. Es ist nicht nur der Honig allein, der dabei in Mitleidenschaft gezogen werden kann; es ist der gesamte biologische Kreislauf, an dessen Beginn und Ende auch Boden und Grundwasser stehen. Der Mensch ist Bestandteil dieses Kreislaufes.
    Nur: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht.“

    Das unheimliche Ding namens Ehrlichkeit: http://lustfred.blogspot.com/2008/07/das-unheimliche-ding-namens-ehrlichkeit.html

    Manne

Kommentar abgeben