Bienen werden totgespritzt und totgeschwiegen

Freitag, 29. August 2008 | Autor: Bernhard

Die Bienen laufen nicht nur in Gefahr totgespritzt zu werden.
Die Bienen laufen auch in Gefahr totgeschwiegen zu werden.

Am Oberrhein gab es die meisten Betroffenen und einige davon waren auch erschienen. Der größte Teil schweigt und ist nicht zur Demo in Freiburg erschienen. Doch die Anzahl der Demonstranten ist nicht relevant.

Diese Demonstration war an die Wissenschaftler der Apimondia gerichtet, die sich mit den Bienenkrankheiten und dem weltweiten Bienensterben beschäftigten.

Einige von uns waren bereits 2 Stunden vorher vor Ort und ich konnte in den Kaffeepausen der Apimondia-Vorträge mit Wissenschaftlern aus Israel, Italien und Indien sprechen. Allgemein ist man überzeugt, daß die Pestizide große Probleme bereiten. Besonders interessant waren die Gespräche mit den Italienern, die dieses Jahr dieselben Erfahrungen machen mussten, wie die Imker in Deutschland.

Die Demo begann zum Ende der Apimondia-Veranstaltung und einige Wissenschaftler (längst nicht alle) fanden sich zur Demo ein. Wir haben circa 20 Wissenschaftlern jeweils einen Brief überreichen können, worin wir darum baten, die Pestizide in die Untersuchungen mit einzubeziehen.

Alle teilnehmenden Wissenschaftler haben diesen Brief per E-Mail im Nachgang erhalten.

Wir wurden gesehen, wir haben Aufmerksamkeit schon während des Aufbauens erregt, wir haben unsere Nachricht übermittelt.

Was die Wissenschaftler daraus machen, das ist ihre Sache. Aus Südafrika haben wir bereits Rückmeldung, daß man sich für dieses Thema interessiere.

Ich sage, daß diese Demo sich gelohnt hat. Wir brauchen keine 1.000 Imker um die Medien zu füttern. Wir brauchen stetigen Druck auf die richtigen Stellen und stetige konstruktive Anregungen an die richtigen Adressaten.

In Braunschweig waren wir die erste Demo vor dem BVL in der Geschichte des BVL. Die Fragen die wir gestellt haben, waren unangenehm. Daß wir überhaupt da waren, war unangenehm.

In Freiburg haben wir eine Nachricht übermittelt und die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler auf die Pestizide gelenkt. Ein einziger Imker hätte schon genügt, einer der sich mit Schleier über den Glas-und-Edelstahl-Hof bewegt hätte. So aber waren hundert dort. Das sorgt so oder so für Gesprächsstoff unter ihnen.

So muß es weitergehen. Wir müssen persönlich unsere Nachricht überbringen und konstruktiv Kritik üben. Stetig an den richtigen Stellen die richtigen Nachrichten überbringen. “BVL - so geht das nicht.” “Wissenschaftler, helft uns und erforscht den Einfluss der Pestizide”.

Die nächsten Demos sind Bonn, wo wir den Politikern eine Nachricht überbringen. Und Berchtesgarden, wo alle in Deutschland Verantwortlichen für Verbraucherschutz zusammenkommen. Auf einen Haufen.

Dann ist München, Berlin und Brüssel dran.

Wir brauchen keine Massen, wir brauchen Imker, die mit Herz und Seele die Bienen lieben, die den Naturhaushalt lieben und die sich für die Zukunft der Bienen, Imkerei und der Menschheit einsetzen wollen.

Steter Tropfen höhlt den Stein. Wenn nicht wir was ändern, wer soll es sonst machen?

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Thema: Demo Freiburg, Imkerdemo

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Ein Kommentar

  1. 1

    Ich halte in meinem Garten 2 Bienenvölker, die Naturwabenbau betreiben können und auf ihren eigenen Vorräten überwintern; d.h. es wird kein Honig, Pollen entnommen.

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