Petition gegen Bienen-Gift eingereicht

Samstag, 5. Juli 2008 | Autor: Arnd

Zum „Tag der deutschen Imkerei“ am 5. Juli 2008 

„Wir fordern das Land Baden-Württemberg auf, das für das Bienensterben verantwortliche Insektengift sofort aus der Landwirtschaft zu verbannen. Solche Nervengifte gehören in den fest verschlossenen Giftschrank und nicht auf unsere Äcker“ – mit diesen Worten reichen am heutigen Freitag der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann, der Landesgeschäftsführer des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imkerbundes Christoph Koch sowie der zweite Vorsitzende des Landesverbandes Badischer Imker Manfred Raff ihre gemeinsame Petition an den Landtag Baden-Württemberg ein. Sie fordern darin das sofortige Verbot des Wirkstoffs Clothianidin, der in den vergangenen Wochen die Vergiftung von ungezählten Wildtieren und rund 330 Millionen Honigbienen verursacht hat – mindestens ein Drittel dieser Bienen dürfte dadurch gestorben sein. Zudem fordern NABU und Imker, dass der Pestizideinsatz in Baden-Württemberg deutlich reduziert wird. Die Petition liegt dem Ausschuss pünktlich zum morgigen „Tag der deutschen Imkerei“ (5.7.) vor.

Von amtlicher Seite wurden im Frühsommer 2008 rund 11.500 geschädigte Bienenvölker registriert – für die betroffenen Imker eine katastrophale Zahl. Experten gehen davon aus, dass zudem auch wild lebende Insekten in gewaltigem Ausmaß vergiftet wurden. Der Leiter der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim, Dr. Peter Rosenkranz, sprach deshalb bereits von der „größten Vergiftungskatastrophe Deutschlands“. Zu den geschädigten Insekten zählen unter anderem auch die über 350 Wildbienen-Arten, die im betroffenen Gebiet am Oberrhein vorkommen. Sie sammeln wie die Honigbiene Pollen und Nektar in Blüten und sind damit in gleicher Weise von der Vergiftung betroffen. Konkrete Hinweise liegen auch für das Sterben von Ameisen vor, die als Hautflügler eng mit den Bienen verwandt sind. Für Natur und Landwirtschaft gleichermaßen bedrohlich ist der durch das Bienensterben verursachte Mangel an Bestäubern. Kulturpflanzen wie Obstbäume und Erdbeeren sind zur Fortpflanzung und Fruchtbildung genauso auf Insekten angewiesen wie seltene und bedrohte Wildpflanzen. 

„Diese Tatsachen sollten für Minister Peter Hauk Grund genug sein, für ein Verbot von Clothianidin zu sorgen. Wir fordern das Verbot verwandter Pestizide seit vielen Jahren – passiert ist nichts. Das Bienensterben ist jetzt die Quittung für diese Untätigkeit“, sagen Baumann, Koch und Raff. Gegen den Maiswurzelbohrer helfe auch eine konsequente Fruchtfolge. Dieser Strategie würde die Bienen am Leben lassen, Schäden durch den Maiswurzelbohrer verhindern sowie gleichzeitig für mehr Natur und mehr Leben in der Agrarlandschaft sorgen. „Wenn Clothianidin weiter ausgebracht werden darf, ist das nächste Insekten-Massensterben nur noch eine Frage der Zeit.“

Quelle:
http://www.nabu-bw.de/m04/m04_02/ 

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: Bienensterben

Diesen Beitrag kommentieren.

Kommentar abgeben