Bienen sterben durch Pestizide

Donnerstag, 24. Juli 2008 | Autor: Arnd

In der Bodenseeregion kam es nach Angaben von Imkern durch den Einsatz von Pestiziden zu Bienensterben. Darauf macht der Grüne Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann, Landkreis Konstanz, in einem Antrag an die Landesregierung aufmerksam.

Der Landtagsabgeordnete Lehmann fordert einen Maßnahmenplan für die Förderung des Bienenbestands sowie ein Verbot von giftigen Pestiziden in der Landwirtschaft.

“Bienen haben einen unermesslichen ökologischen Wert - etwa ein Drittel unserer Nahrung ist von den Bienen abhängig. Ich halte es für zwingend, dass die Landesregierung eine Strategie entwickelt, wie der Bienenbestand langfristig erhöht werden kann!”

Nachdem Imker und Naturschutzverbände am Oberrhein Alarm geschlagen hatten und auf ein Massensterben der Bienenvölker durch das in der Landwirtschaft eingesetzte Nervengift Clothianidin aufmerksam gemacht hatten, weist nun der Grüne Landtagsabgeordnete Siegfried Lehmann auf die besorgniserregende Bestandentwicklung der Bienenvölker in der Bodenseeregion hin:

“Auch in der Bodenseeregion haben Imker mit einem erheblichen Bienenverlust durch den Einsatz von Pestiziden zu kämpfen. Gerade bei den Jungbienen, die für die weitere Aufzucht des Bienenvolks benötigt werden, ist ein erheblicher Bienenverlust zu verzeichnen!”

Der Grüne Abgeordnete fordert daher in einem Antrag, auch die Bodenseeregion in die Maßnahmen zum Schutze der Bienenvölker einzubeziehen.

“In der Bodenseeregion hat die Biene neben ihrer ökologischen Funktion gerade für den Obstbau enorme Bedeutung. Etwa ein Drittel unserer Nahrungsmittel hängt von der Biene ab!”

Lehmann unterstützt daher die vom Naturschutzbund Baden-Württemberg eingereichte Petition, welche ein sofortiges Verkaufsverbot des insektiziden Wirkstoffs Clothianidin und vergleichbarer Pestizide fordert.

“Es kann nicht sein, dass in Deutschland und Baden-Württemberg Pestizide in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen, die nicht auf eine nachhaltige und ganzheitliche Umweltverträglichkeit überprüft werden!”

In Baden-Württemberg haben Imker seit Jahren hohe Verluste an Bienenvölkern zu beklagen:

“In den vergangenen fünfzig Jahren sind die Bienenvölker von rechnerisch fünf Völkern pro Quadratkilometer auf 1,8 Bienenvölker je Quadratkilometer zurückgegangen. Im Gegensatz zu unseren Nachbarländern Schweiz (4,6 Bienenvölker/km²) und Österreich (4 Bienenvölker/km²) ist das eine sehr geringe Bestandsdichte!”

Um diesen langfristigen negativen Trend zu brechen, fordert der Grüne Landtagsabgeordnete Lehmann daher ein durchgreifendes Konzept von Seiten der Landesregierung sowie einen Maßnahmenplan zur Förderung des Bienenbestandes in Baden-Württemberg.

“Wir müssen dieser Entwicklung massiv entgegensteuern, um langfristig ein ökologisches Gleichgewicht erhalten zu können! Der weitere Einsatz von unverträglichen Pestiziden verbietet sich daher von selbst!”

Quelle:
http://www.suedkurier.de/region/teaser/friedrichshafen/art3826,3333756,0

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Thema: Bienensterben

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