Bauern-Klage abgeschmettert

Mittwoch, 23. Juli 2008 | Autor: Arnd

Anbau von Mais bleibt verboten!

Im Kampf gegen den Maiswurzelbohrer darf das Anbauen rund um den Fundort des gefährlichen Pflanzenschädlings auch über mehrere Jahre hinweg verboten werden. Das hat das Verwaltungsgericht Freiburg entschieden und damit die Klage von 17 Landwirten zurückgewiesen.

Das Freiburger Regierungspräsidium (RP) habe schon im August vergangenen Jahres eine Allgemeinverfügung nach den EU-Richtlinien mit einer sogenannten Befalls-, Sicherheits- und erweiterter Sicherheitszone erlassen. Auf befallenen Feldern darf zwei Jahre lang kein Mais angebaut werden. “Gerade zum Schutz der betroffenen Landwirte hat es einer sofortigen Entscheidung bedurft”, heißt es in einer Mitteilung des Gerichts vom Mittwoch.

Durch die schnelle RP-Entscheidung sei es möglich gewesen, besser zu planen, alternative Flächen zu nutzen und weitere wirtschaftliche Schäden abzuwenden. Das Verbot habe angeordnet werden müssen, weil die Europäische Kommission dies zwingend vorschreibe. Grund: Bei einem Fruchtwechsel kommen die schlüpfenden Larven nach Expertenmeinung aus Nahrungsmangel um, weil sie keine Maiswurzeln mehr vorfinden. Außerdem sei das Anbauverbot mit dem Grundrecht auf Eigentum vereinbar, heißt es in dem Urteil. “Es dient der Abwendung von wirtschaftlichen Folgen durch Ausbreitung des Westlichen Maiswurzelbohrers und damit dem Wohl der Allgemeinheit.”

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Nach jüngsten Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart treibt der Maiswurzelbohrer auch in diesem Jahr wieder sein Unwesen auf den Feldern: Vor dem Beginn der Ernte wurden Exemplare des Käfers in einem Maisfeld bei Mahlberg im Ortenaukreis gefunden, nur wenige Kilometer vom ersten Fundort des vergangenen Jahres entfernt. Es war der landesweit erste Fund in diesem Jahr. Der Schädling soll nun unter anderem mit Pflanzenschutzmitteln bekämpft werden.

Das Gift, das verwendet werde, sei ungefährlich, betonte Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) nach der monatelangen Debatte um den Einfluss der Sprühattacken auf das massenhafte Bienensterben am Oberrhein.

Die Käfer stammen ursprünglich aus Mittelamerika, seit einigen Jahrzehnten ist ihnen aber insbesondere Nordamerika zur Heimat geworden. Dort richten sie Schäden in Milliardenhöhe an. An Bord von Flugzeugen gelangte das Insekt auch nach Europa. Erstmals wurde es dem Bundesforschungsministerium zufolge 1992 in der Nähe des Belgrader Flughafens nachgewiesen.

© 23.07.2008 Radio Regenbogen

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Thema: Bienensterben

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